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8. Mai 2020
Lesedauer: 2 Minuten

Wie lebensbegleitendes Lernen das Leben bereichert

Als Arbeiterkind neben dem Beruf von der Fachhochschulreife bis zur Doktorarbeit? Manfred Haas hat das geschafft – und hat dafür auch ein Erfolgsrezept.

Abitur, Studium, Berufseinstieg? Dieser Weg war für Manfred Haas so nicht möglich. „Ich komme aus einer Arbeiterfamilie“, erklärt er. „Pläne, zu studieren, hatte ich durchaus, aber finanziell war es einfach nicht machbar.“ Also begann er nach der mittleren Reife eine Ausbildung zum Straßenwärter. Die Arbeit machte Haas eine gewisse Zeit auch Spaß, unterfordert fühlte er sich trotzdem.

Mit Mitte 30 hatte er dann eine Familie gegründet, ein Haus gebaut – und weiterhin das Ziel im Kopf, ein Studium aufzunehmen. „Ich hatte das Gefühl, ich will etwas aus meinem Leben machen und mich weiterentwickeln.“ Vier Jahre lang besuchte er die Abendschule und machte seinen Abschluss zum Staatlich geprüften Bautechniker. Damit fand er in kurzer Zeit nicht nur eine neue Anstellung, sondern auch zusätzliche Motivation, mit dem Lernen weiterzumachen.

Per Fernlehre bis zur Doktorarbeit
Der nächste Schritt sollte ihn zum Geprüften Technischen Betriebswirt führen. Die Abendschule kam für ihn allerdings nicht mehr infrage, da er Lernen und Familie besser in Einklang bringen wollte. Er entschied sich für ein Fernstudium bei der sgd. „Mit Beruf und Familie ist das einfach die beste Wahl“, erläutert Haas. Besonders gut gefiel ihm die familiäre Atmosphäre bei der sgd, und dort wurde er auch auf die Wilhelm Büchner Hochschule aufmerksam. Hier realisierte er schließlich seinen Wunsch zu studieren und machte seinen Bachelor in Technischer Betriebswirtschaft. Im Anschluss folgte der Master in Innovations- und Technologiemanagement, dann ein Doktorandenkolloquium. Gerade ist er dabei, seine Doktorarbeit zu schreiben.

„Von manchen wurde mir gesagt, die Mühe würde sich nicht lohnen“, erinnert sich Haas. „Aber das hat mich nicht interessiert.“ Zudem wurde ihm schnell das Gegenteil bewiesen: Als Arbeiter schaffte er durch seine Lernerfolge erst den Sprung in den Innendienst, dann in den gehobenen Dienst und schließlich in den höheren Dienst. Mittlerweile sitzt er zudem selbst im Prüfungsausschuss der IHK.

Ein Schritt nach dem anderen
Haas weiß: Im Fernstudium bekommt man nichts geschenkt. „Es wird einem durchaus viel abverlangt“, betont er. Für ihn gibt es zwei Hauptkriterium, die für erfolgreiches Lernen aus der Ferne entscheidend sind: Einmal das Zeitmanagement, und einmal das Abarbeiten vieler kleiner Arbeitspakete. Da das Studium modular aufgebaut ist, ist es möglich, sich kleine Zwischenziele und Meilensteine zu setzen. „Dann kann ich nach der Arbeit denken, ich bin zwar total platt, aber das kleine Paket schaffe ich“, sagt Haas. „Und wenn man erstmal loslegt und drin ist, macht man meist doch noch Stück weiter.“ Auch die Zugfahrt zur Arbeit und die Mittagspause lassen sich gut für eine kleine Lerneinheit nutzen, und der Feierabend wird eben nicht vor dem Fernseher, sondern am Schreibtisch verbracht. „Das macht mich einfach glücklich, wenn ich das Gefühl habe, ich habe meine freie Zeit sinnvoll genutzt“, erklärt Haas. „Und dann ist immer noch ausreichend Zeit für Freunde und Familie da. Viele sehen immer nur das große Ganze und einen riesigen Berg an Arbeit. Daher überschätzen sie die Zeit, die sie zum Lernen benötigen.“

Sein Erfolgsrezept lautet daher, sich an möglichst vielen Zwischenzielen und Arbeitspaketen zu orientieren. Die kleinen Etappenziele werden dann auch gerne mit der Familie bei einem Pizzaabend gefeiert. Wenn der Stapel mit durchgearbeiteten Arbeitsheften sichtbar größer wird, gibt dies zusätzliche Motivation. „Durch den OnlineCampus sieht man auch immer sehr schön, was man schon bearbeitet hat – und irgendwann steht da 100 Prozent“, freut sich Haas.

Gemeinsam zum Erfolg
Für Haas ist in Fernstudium auch keine einsame Angelegenheit. Gleich bei der ersten Präsenzveranstaltung knüpfte er Kontakte: „Menschen, die sich gut verstehen, finden sich ganz schnell. Und die Lerngruppen sorgen für zusätzliche Motivation – gerade dann, wenn es mal nicht so rund läuft.“ Als Einzelkämpfer sollte man sich daher besser nicht versuchen. Über die Jahre hat sich Haas so ein großes Netzwerk aufgebaut und hält teilweise schon seit fünfzehn, achtzehn Jahren Kontakt zu seinen ehemaligen Mitstudierenden. „Wir tauschen uns immer noch regelmäßig aus und helfen uns gegenseitig für Fachfragen“, sagt Haas. „Daher empfehle ich, unbedingt zu den Präsenzveranstaltungen zu fahren.“

Neben den beruflichen Erfolgen und den wertvollen Verbindungen zu anderen haben seine Anstrengungen aber auch einen Wert für sich allein. „Meine Hauptmotivation war immer die Lust am Lernen, ich will einfach Wissen aufsaugen“, sagt Haas. „Man muss es einfach wollen und positiv denken. Dann schafft man es.“

„Mit Beruf und Familie ist Fernlehre einfach die beste Wahl.“

Manfred Haas

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