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29. April 2021
Lesedauer: ca. 2 Minuten

Lernblockaden erfolgreich lösen

Plötzlich geht nichts mehr, und das Lernen fällt schwer? Lernexperte Roland Schwalm weiß, wie man Blockaden überwindet und sein Potenzial voll ausschöpft.

Eben lief noch alles rund, doch plötzlich hakt es: Das gerade Gelernte will einfach nicht in den Kopf, und man fühlt sich innerlich regelrecht blockiert. „Bei einer Lernblockade kann ich mein volles Potenzial nicht ausschöpfen“, erklärt Roland Schwalm. Der Lerncoach berät regelmäßig Studierende, die mit dem Lernen hadern. Und das kann schneller passieren, als uns lieb ist. „An einem Tag bin ich hoch motiviert und im Flow, am nächsten geht gar nichts mehr“, beschreibt Schwalm das Problem. Aus seinem Arbeitsalltag weiß er, wie belastend Lernblockaden für Studierende sein können – aber auch, wie man sie erfolgreich wieder löst.

Wenn das Lernen nur manchmal schwerfällt, liegt das laut Schwalm oft am Tagesgeschehen. „Eine negative Nachricht reicht aus, schon wandern die Gedanken ständig dahin.“ Ist später wieder alles gut, löst sich die Lernblockade oft von allein. Bei lang anhaltenden Blockaden sieht das jedoch anders aus. Diese haben oft tiefgreifende Ursachen. Schwalm erklärt: „Nehmen Sie Mathematik als Beispiel. Wenn ich da in der Schule schlechte Erfahrungen gemacht habe, muss diese nicht unbedingt mit dem Stoff zusammenhängen.“ Es könne auch am Lehrenden oder an Antworten auf Rückfragen gelegen haben, die nicht weitergeholfen haben. Auf jeden Fall verbindet nun jemand negative Gefühle mit dem Fach. „Und die können dann im Fernstudium wieder auftreten, wenn zum Beispiel das Abi nachgeholt wird“, so Schwalm.

Doch wie nehmen wir die Lernblockade überhaupt wahr? Erkennen lässt sie sich etwa durch unsere Gefühlslage beim Lernen. „Alles, was wir tun, hängt mit unseren Gefühlen zusammen“, erklärt Schwalm. Wenn man mit Bauchschmerzen oder schweren Beinen vor den Büchern oder dem Bildschirm sitzt, bedeutet das, dass der Körper Signale sendet – und auf Probleme hinweist. Dann ist es an der Zeit, nach Ursachen zu forschen und etwas zu verändern. Denn Lernblockaden lassen sich lösen. Schwalm empfiehlt dazu die folgenden Schritte:

1. Lernziele überprüfen

Wer unter einer akuten Blockade leidet, sollte die eigenen Lernziele hinterfragen - und bei Bedarf neu formulieren: Bis wann soll der Stoff gelernt oder müssen die Aufgaben erledigt sein? Und: Sind die Ziele realistisch? Manche Studierenden neigen dazu, übermotiviert zu sein. Schwalm rät daher, sich nicht zu viel vorzunehmen. Allerdings neigt man bei Lernblockaden auch dazu, sich vor Aufgaben zu drücken. Darum ist es ebenso wichtig, den Lernfortschritt regelmäßig zu überprüfen: „So kann man gut sehen, ob man gesteckte Ziele erreichen wird oder die Dinge vielleicht gern aufschiebt.“

2. Neuen Fokus setzen

Im Studium schleichen sich schnell Routinen ein. Es kann sich aber lohnen, diese aufzubrechen und Neues zu wagen. Warum nicht mal eine andere Herangehensweise probieren? Etwa indem man nicht mit der Wiederholung des Lernstoffs beginnt und stattdessen mit einer anspruchsvolleren Einheit loslegt? „Natürlich ist das eine individuelle Einstellung. Manche lernen besser, wenn sie zuerst etwas wiederholen“, erzählt Schwalm aus seinen Kursen, „doch die Erfahrung zeigt, dass es vielen tendenziell hilft, die schwierige Lerneinheit vorzuziehen.“

3. Ruhe und Ordnung schaffen

Ein gutes Lernklima fördert die Konzentration. Hier rät Schwalm, Störungen möglichst zu vermeiden. „Am besten, ich spreche mit meiner Familie und bitte um Verständnis.“ Wichtig hierbei seien auch Ruhe und Ordnung am Arbeitsplatz. „Liegt dort etwas, das mich blockieren könnte, wie etwa unbezahlte Rechnungen? Dann machen mir die vielleicht ein schlechtes Gewissen und lenken ab“, erklärt er. Daher sollte der persönliche Lernort frei von solchen Dingen sein, um sich auf das Lernen fokussieren zu können.

4. An den Grund fürs Fernstudium erinnern

Wer sich für ein Fernstudium entscheidet, möchte damit bestimmte Ziele erreichen. Diese sollte man sich in Erinnerung rufen – aber auch, was man mit ihnen verbindet. „Wichtig ist es, das Wozu herauszufinden“, erklärt Schwalm. Die Antwort darauf habe mit den persönlichen Werten zu tun und betreffe daher immer unseren Wesenskern. „Warum mache ich den Kurs? Weil ich im Beruf aufsteigen und mehr Geld verdienen möchte. Wozu ist das gut? Zum Beispiel für mehr Sicherheit.“ Schwalm betont, dass es dabei um die langfristigen Ziele gehe. Denn jede*r möchte in zehn Jahren etwas anderes erreichen – sei es finanzielle Sicherheit, weniger körperliche Arbeit oder mehr Entscheidungsfreiheit. Studierenden empfiehlt er, diese Ziele schriftlich zu formulieren. „Bei akuten Lernblockaden kann man den Zettel dann hervorholen und sich noch einmal verinnerlichen, warum man lernt.“

5. Um Hilfe bitten

Doch was ist, wenn alle diese Tipps nicht helfen? „Professionelle Hilfe suchen“, rät Schwalm. Die erste Anlaufstelle: die Studienbetreuung der sgd. Auch private Lerncoaches können bei Blockaden helfen. In besonders schwierigen Fällen, wenn zum Beispiel ein Trauma die Ursache für eine Blockade ist oder Studierende bereits in psychotherapeutischer Behandlung sind, sollte Hilfe eines*einer entsprechenden Therapeut*in in Anspruch genommen werden. Wichtig sei, bei Blockaden nicht zu verzweifeln, sondern Schritt für Schritt den Kopf wieder lernbereit zu bekommen. „Sind die Lernblockaden dann gelöst, kann ich neue Motivation tanken“, ist sich Schwalm sicher. Und dann läuft auch bald wieder alles rund beim Lernen.

Erfolgreicher lernen mit dem Lerntypentest 

Wer weiß, welche Lernmethode ihm*ihr am ehesten liegt, lernt entspannter und effektiver. Unser Lerntypentest hilft Ihnen dabei: Mit ein paar Klicks ermitteln Sie Ihren individuellen Lerntyp und erfahren, welche Lernstrategie die geeignetste für Sie ist. Dann können Sie aus den Lernmaterialien der sgd genau die auswählen, die Sie ideal zum Lernerfolg bringen.

Webinar

Jeden Monat gibt es unser kostenloses Webinar „Lernen lernen“. Darin verrät Lerncoach Roland Schwalm, welche Tipps und Techniken Fernstudierenden beim erfolgreichen Lernen helfen. Am besten gleich anmelden!

Ihr Kommentar zum Artikel
3 Kommentare
Anna Löwer1. September 2021

Gern würde ich mich für das kostenlose Webinar Lernen lernen anmelden. Vielen Dank!


Doris9. Mai 2021

Der Artikel hat mir gezeigt wie wichtig es wäre frühzeitig , schon in der Schule altersgerecht über dieses Thema zu sprechen ,vielleicht in Zusammenarbeit mit den Schulsozialarbeitern, falls die nicht schon alle eingespart wurden !

Davon würden lernschwache Kinder profitieren, die vom Elternhaus keine Hilfe bekommen und wo kein Geld für Nachhilfeunterricht vorhanden ist. Dabei könnte zwar auch das Jugendamt helfen, aber wer weiß das schon.

Ein Artikel, der Alle zum Nachdenken anregen sollte, denn Lernen müssen wir ein Leben lang.

Diplom Sozialpädagogin/ Sozialarbeiter


Monika Borrmann3. Mai 2021

Es wäre schön, für die Zukunft ,öfter an das Lernseminar erinnert zu werden und an die Termine.

Gruß


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